Verband Deutscher Mühlen
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VDM-Mitgliederversammlung in Potsdam

13.05.2010

v. l. Dr. Johannes Klose, Dr. Christian Grugel, H.-Chr. Erling

Wilh. Langhorst mit VDM-Ehrenpreis

Bonn, den 4.5.2010 – Mit einer guten Beteiligung hielt der Verband Deutscher Mühlen e. V. (VDM) seine diesjährige Mitgliederversammlung am 24. April in Potsdam ab.
Der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling verwies in seiner Eröffnungsrede auf die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards in der Mühlenbranche. Die Mühlen erfüllen mit erheblichen Investitionen die immer größeren Anforderungen an Hygiene und Lebensmittelsicherheit. Gleichzeitig beschränkt die Gesetzgebung den Einsatz der zur Verfügung stehenden Vorratsschutzmittel immer mehr. Zudem sieht sich die Mühlenwirtschaft zunehmend mit unrealistischen Forderungen seitens des Handels konfrontiert. „Nur ein schlagkräftiger Verband ist in der Lage, die Rahmenbedingungen für die gesamte Mühlenwirtschaft weiter zu verbessern“, führte Erling an diesem Beispiel aus. Als einen wichtigen Baustein zur Verstärkung der Interessenvertretung gegenüber der Politik konnte er die Einrichtung des VDM-Hauptstadtbüros vergangenen Sommer in Berlin vermelden. Es hat seine Tätigkeit erfolgreich aufgenommen. Auch auf die Stellung der Mühlen zwischen Getreideproduzenten und Kunden ging Erling ein. Hierzu stellte er fest, dass die Struktur der Mühlen in weiten Teilen nicht zur Struktur der Abnehmer passt.

Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer konnte in seinem Geschäftsbericht den erfolgreichen Start der 2009 beschlossenen Öffentlichkeitsarbeit der Mühlen nach dem Aus der CMA feststellen. Die PR-Maßnahmen heben die unverzichtbare Stellung der Mühlen in der Getreidekette hervor und zielen auf Politik, Verbraucher, Geschäftspartner und den müllerischen Nachwuchs. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung zweier neuer Internetseiten: „mein-mehl.de“ mit allem Wissenswerten rund um das Mehl und die Mühlenbranche in Richtung Verbraucher, und „mueller-in.de“ zur gemeinsamen Nachwuchswer-bung mit anderen Verbänden der Getreidewirtschaft. Er hob das erweiterte Dienstleistungsangebot des Verbandes für seine Mitglieder hervor, zu dem neben einem Rahmenvertrag zur Verpackungsentsorgung u. a. auch ein Grundpaket zu Krisenvorsorge und -management mit Hilfe externen Sach-verstandes gehört. Der Fall von kanadischen Leinsaaten hat gezeigt, dass die Mühlen wegen der Nulltoleranz bei nicht in der EU zugelassenen GVO völlig unverschuldet in Risiken geraten können.

Hans-Christoph Erling wurde für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden des VDM wiedergewählt. Die stellvertretenden Vorsitzenden Michael Gutting, Heinz Künkele und Fritz Schmidt wurden in ihren Ämtern bestätigt. Christoph Kempkes, Hamburg, wurde als stellvertretender Vorsitzender neu gewählt. Schließlich wurden die Herren Fritz Albert, Stefan Blum, Friedrich-Wilhelm Borgstedt, Fritz Carl, Christof Engelke, Ro¬land Hatter, Alfred Heyl, Peter Mühlschlegel, Dietmar Oechsner, Karl-Rainer Rubin, Karl Ruthart und Johann-Andreas Werhahn wieder in den Vorstand gewählt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Aus Altersgründen aus dem Vorstand ausgeschieden ist Wilhelm Langhorst, Wunstorf. Er erhielt von dem Vorsitzenden Erling das VDM-Ehren-zeichen in Form einer Edelstahlwalze mit eingravierter persönlicher Widmung für seinen jahrzehntelangen, vorbildlichen berufsständischen Einsatz für die Müllerei. Langhorst engagierte sich bereits seit den 1980er Jahren im Vorstand des Nordwestdeutschen Müllerbundes. Nach Gründung des VDM setzte er seine Arbeit zum Wohle der gesamten deutschen Müllerei im dortigen Vorstand fort und errang sich ein hohes Ansehen bei der Integration der ostdeutschen Kollegen nach der Wiedervereinigung. In die Kommission für Getreide und Futtermittel wurde Peter Blumenberg, Braunschweig, neu gewählt, sowie in die Kom¬mission für Bioprodukte Sebastian Huber, Mühldorf. Erling dankte allen Kommissionsmitgliedern für deren persönlichen Einsatz zum Vorteil der gesamten Müllerei.

Herr Johann-Andreas Werhahn, Vorsitzender der Kommission für Berufsbildung und Sozialpolitik, ehrte die Gewinner des letztjährigen Praktischen Leistungs-wettbewerbs, nämlich Sebastian Unger (Rätze-Mühle, Göda) und Felix Thomä (Getreidemühle Thomä, Pretzfeld). Er überreichte ihnen Ehrenurkunden mit einem ansehnlichen Preisgeld. Ministerialdirektor Dr. Christian Grugel, Abtei-lungsleiter für Verbraucherschutz, Ernährung, Bio- und Gentechnik im Bundes-ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sprach über die „Herausforderungen an die Landwirtschaft – Welternährung, Klimawandel und Erhalt der biologischen Vielfalt“. Er zeigte dabei die Zusammenhänge zwischen diesen wichtigen Zukunftsfaktoren auf und ging auf die ganz prak-tischen Auswirkungen für die Landwirtschaft und die Mühlen ein, unter besonderer Berücksichtigung der immer wichtiger werdenden Pflanzenzüchtung Richtung Klimaanpassung. Im Anschluss daran stellte Dr. Johannes Klose, Alliance Global Corporate and Speciality, Zürich, die „Gentechnik und Lebensmittelsicherheit aus Sicht eines Versicherers“ dar. Für die Mühlen zeigte sich die ganze Problematik dieses Themenfeldes, u. a. bei GVO-Spuren in Leinsaat: Die Versicherung kann kein Patentrezept bieten, aber: „Eine Aufar-beitung dieses Themas aufgrund der veröffentlichten Studien findet weiterhin statt“. Diese unbefriedigende Situation nicht erreichbaren Versicherungs-schutzes war auch das Thema der nachfolgenden Diskussion, in der sich das Spannungsfeld zeigt. An Dr. Grugel erging noch einmal der Appell der Mitglieder, sich für eine Lösung des Problems der Nulltoleranz mutig einzusetzen.

Vom Feld auf den Teller: Mühlen und Mehl sind zentraler Teil der Ernährungskette
600 deutsche Mühlen vermahlen Jahr für Jahr rund acht Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Ihre Mahlerzeugnisse – Mehl, Schrot, Kleie, Vollkornpro-dukte – sind die Grundlage für die unerreichte Vielfalt von Brot und Backwaren in Deutschland. Mit rund 6.000 Beschäftigten erwirtschaften die Mühlen einen Jahresumsatz von nahezu zwei Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mit Sitz in Bonn vertritt ihre Interessen.

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