Praktischer Leistungswettbewerb 2009
08.12.2009
Frisch gebackene Verfahrenstechnologen bewiesen ihr müllerisches Können
Die besten Gesellen der Mühlenwirtschaft traten Ende November zum Leistungswettbewerb „MühlenMasters 2009“ an. In den Wesermühlen Hameln absolvierten sechs „Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft“ die Prüfstationen. Voraussetzung für die Zulassung zum Wettbewerb:
Eine mindestens mit der Note „gut“ bestandene Fertigkeits- und Gesellenprüfung. In diesem Jahr konnte sich erneut eine Absolventin mit ihren männlichen Kollegen messen. Dies beweist eindrucksvoll, dass der Müllerberuf auch für Frauen eine interessante Perspektive bietet. Die Teilnehmer gehören zu den ersten Gesellen, die ihre Lehre nach der neuen Ausbildungsordnung absolviert haben.
Die Aufgaben waren so vielfältig wie der Müllerberuf selbst: In sechs Stationen haben die Kandidaten ihr Können gezeigt. So galt es zunächst, die Reinigungsmaschinen richtig einzustellen. Auch Untersuchungen im Labor gehören zum Alltag der Verfahrenstechnologen. Die Teilnehmer bestimmten den Feuchtklebergehalt im Getreide, der Aufschluss über die Backqualität gibt. Am „Farinographen“ ermittelten sie die Wasseraufnahmefähigkeit und die Konsistenz eines Teiges. Für die Arbeit am Plansichter sollten Siebstapel gewählt und anschließend bespannt werden. Auch beim Einstellen der Walzenstühle konnten sich die Prüfungsteilnehmer beweisen. Da in Getreidemühlen nicht nur Mahlprodukte für Haushalt, Backgewerbe und Industrie, sondern auch Futtermittel hergestellt werden, standen auch Testaufgaben zur Futtermittelproduktion auf dem Programm.
Die Leistungen der Gesellen beurteilten sechs Experten aus der Mühlenwirtschaft und von den Berufsschulen unter Vorsitz von Hans-Rainer Rohde von der Müllerschule in Wittingen. Die weiteren Mitglieder der Kommission waren: Thomas Beck (Gewerbliche Schule Im Hoppenlau), Thomas Becker (Müllerschule Wittingen), Dirk Kahlke (Peter Köln, Elmshorn), Christian Kassel (Mühle Steinlah, Haverlah), Mike Oliver Schulz (Kampffmeyer Mühlen Hameln), Philipp Rowoldt (AGRAVIS Mischfutter Münster).
Die gastgebende Mühle hat mit einer organisatorischen Meisterleistung und großem Einsatz zahlreicher Mitarbeiter diesen Wettbewerb zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmer gemacht, der auch in Rundfunk und Presse seinen Niederschlag fand.
Der Bestplatzierte des Wettbewerbs kommt aus Sachsen: Sebastian Unger von der Rätze-Mühle, Göda. Aufgrund der hervorragenden Punktzahl konnte Herr Unger dem ZDH als Bundessieger gemeldet werden. Im Rahmen einer Festveranstaltung erhielt er eine vom Schirmherrn des Wettbewerbs, Bundespräsident Horst Köhler, unterzeichnete Urkunde. Vor zwei Jahren ging sein älterer Bruder Johannes ebenfalls als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Den zweiten und dritten Platz belegen Felix Thomä (Getreidemühle Thomä, Bretzfeld) und Thomas Huemer (Eberhard Lockfisch, Altenmarkt). Die weiteren Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge): Mascha Garbers (Goldene Mühle, Garrel), Martin Roelfes (Deutsche Tiernahrung Cremer, Höltinghausen), Steffen Zitzke (HaBeMa Futtermittel, Hamburg).
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