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Getreideernte 2010: Mengen sinken, Preise explodieren

03.08.2010

Die Befürchtungen des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM), dass weltweit eine  mengenmäßig weit unterdurchschnittliche Getreideernte heranwächst, bewahr-heiten sich. Nationale und internationale Experten revidieren ihre Prognosen immer weiter nach unten. Meldungen nach den ersten Weizendruschergebnissen aus Deutschland liegen bis zu 15 Prozent unter den Vorjahreswerten. Für eine qualitative Einschätzung ist es zwar noch zu früh, aber der wetterbedingt verzögerte Erntefortschritt beeinträchtigt in zunehmendem Maße die Qualitäten.

Auf der gesamten nördlichen Hemisphäre hat nun die Getreideernte eingesetzt. Fast allerorts ist von Ernteeinbußen zu hören. Während in Kanada und Teilen Südosteuropas starke Regenfälle und Überschwemmungen im Frühjahr die Weizenbestände geschädigt haben, bedrohen in Russland, Kasachstan, Teilen der Ukraine und im Nordwesten der EU die anhaltende Trockenheit und die große Hitze die Ernte. Der Internationale Getreiderat geht nun von einer Wei-zenernte aus, die um 26 Mio. t unter dem Vorjahr liegt.

Diese schlechten Nachrichten haben explosionsartig Getreide verteuert, den Rohstoff für  unsere vielfältigen Mahlerzeugnisse. „Die Entwicklung ähnelt der im Ausnahmejahr 2007. Seinerzeit haben sich die Getreidepreise binnen kürzester Zeit mehr als verdoppelt“, erinnert sich der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling. An der europäischen Warenterminbörse in Paris hat der Weizenpreis Anfang dieser Woche die Marke von 210 Euro je Tonne überschritten. Die Getreidepreise haben sich damit seit Jahresbeginn um mehr als 80 Prozent erhöht. Ein Ende dieses Preisanstiegs ist nicht absehbar, zumal die Wetterprognosen eine zügige Ernte nicht erwarten lassen und so weiteren Spekulationen Nahrung geben.

 


Ansprechpartner:         
Verband Deutscher Mühlen e. V.
Manfred Weizbauer
Telefon 0228 97610 10
E-Mail weizbauer~muehlen.org

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