Neue Wege des Mühlenmarketings und die Landwirtschaft im Jahr 2020
03.03.2009
Ergebnisse der Mühlenfachtagung des Verbandes Deutscher Mühlen in Fulda
Fulda/Bonn, 3. März 2009 – Was kommt nach dem „zahnlosen Werbe-Tiger“ CMA? Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft Anfang Februar gekippt hatte, erörterten Experten heute bei der 16. Mühlenfachtagung des Verbandes Deutscher Mühlen e. V. (VDM) in Fulda Wege der künftigen branchenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem standen Perspektiven der Pflanzenzüchtung, Ausbildungsfragen und Prognosen für die Landwirtschaft 2020 auf dem Programm.
„Wirkungseffizienz gleich Null“, bilanzierte Prof. Dr. Franz Mühlbauer, Marketingexperte an der Fakultät Landwirtschaft der Fachhochschule Weihenstephan, die CMA-Werbung für landwirtschaftliche Gattungsprodukte. Der VDM hatte schon länger kritisiert, dass die mehr als drei Millionen Euro, die die Mühlen jährlich in den Absatzfonds eingezahlt haben, ihnen nur zu einem Bruchteil zugute gekommen sind. Ein Mühlenunternehmen war es auch, das neben Landwirt Georg Heitlinger und einer Geflügelschlachterei erfolgreich gegen den Absatzfonds geklagt hatte.
Über das Urteil und seine Konsequenzen referierte heute Fritz Albert von der klagenden Kampffmeyer Mühlen GmbH, Hamburg.
In eigener Regie präsentieren sich die Mühlen verstärkt der Öffentlichkeit als bedeutender Zweig der Agrar- und Lebensmittelbranche, der gesunde Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung liefert. Die Mühlenwirtschaft bietet perspektivenreiche Ausbildungsmöglichkeiten in einem innovativen technischen Umfeld sowie zukunftssichere Arbeitsplätze. Für das Eigenmarketing sollen Mittel eingesetzt werden, die die Mitgliedsunternehmen an ihre Branchenvertretung, den VDM, entrichten. Dort rechnet man mit weit geringeren Aufwendungen als für den abgeschafften zentralen Absatzfonds.
Die Herausforderungen der Weizenzüchtung in Zeiten globaler
Ernährungssicherung und Abhängigkeit von internationalen Warenterminbörsen veranschaulichte Dr. Joachim Holz von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Münster. Nur den Fortschritten in der Züchtung ist es beispielsweise zu verdanken, dass der Eiweißgehalt des Getreides trotz deutlich gestiegener Ertragsmengen auf gleich hohem Niveau geblieben ist und sich die Qualität des Eiweißes sogar noch verbessert hat.
Die Mühlenbranche erwirtschaftet mit rund 6.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 2,1 Mrd. Euro und stellt jährlich 7,8 Mio. Tonnen Mahlerzeugnisse her – die Grundlage für Backwaren, Deutschlands Lebensmittel Nr. 1, und vielfältige Spezialprodukte für die Lebensmittelindustrie.
Ihre Anfragen nimmt Manfred Weizbauer unter Telefon 0175/2249190 gerne entgegen
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