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Deutsche Mühlen produzieren auf Rekordniveau

02.01.2012

Brotgetreidevermahlung steigt auf acht Millionen Tonnen

Weizen immer beliebter – Neuer Höchstwert beim Mehlkonsum

Bonn, 02. Januar 2012 – Mehl ist gefragter denn je: Die deutschen Mühlen haben im Wirtschaftsjahr 2010/11 acht Millionen Tonnen Brotgetreide vermahlen. Das ist soviel wie nie zuvor, seit die Statistik gesamtdeutsch geführt wird. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Mahlerzeugnissen kletterte nach Angaben des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM) auf die neue Rekordmarke von 67,8 Kilogramm.

Die Vermahlung von Brotgetreide, also Weizen und Roggen, ist im letzten Wirtschaftsjahr nochmals leicht gestiegen – auf die neue Rekordhöhe von 7.986.981 Tonnen. Nach den von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlichten Zahlen entfielen davon auf Weizen 7,13 Mio. Tonnen und auf Roggen 0,85 Mio. Tonnen. Die deutschen Mühlen haben 1,0 Prozent mehr Weizen und 1,1 Prozent weniger Roggen verarbeitet als im Wirtschaftsjahr davor.

Weizen weiter auf Vormarsch
Der langjährige Trend bei den beiden Getreidearten hat sich fortgesetzt, die Anteile von Weizen und Rog-gen verschieben sich weiter. Während in Deutschland noch nie so viel Weizen vermahlen worden ist wie im letzten Jahr, sind die verarbeiteten Roggenmengen weiter rückläufig. Damit liegt gegenwärtig der Anteil des Roggens an der Gesamtvermahlung nur noch bei 11 Prozent, während er vor 50 Jahren noch rund ein Drittel betrug.

Mehlverbrauch mit 67,8 kg auf Rekordhöhe
Der inländische Verbrauch an Getreidemahlerzeugnissen ist ebenfalls leicht angestiegen. Mit 67,8 Kilogramm pro Kopf und Jahr haben die Bundesbürger 2010/11 im Durchschnitt 0,7 Prozent mehr Mehl und andere Mahlprodukte verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat damit ebenfalls einen neuen Rekordwert erreicht, wie er zuletzt Mitte der 1960er Jahre im alten Bundesgebiet zu verzeichnen war. „Die stetige positive Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt den hohen Stellenwert, den die Getreidemahlprodukte – Mehl, Schrot, Grieß und Vollkornprodukte – in unserer Ernährung haben“, kommentiert VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer die jetzt vorgelegten aktuellen Zahlen.

Wirtschaftliche Lage unbefriedigend
Während sich Produktion und Verbrauch von Mahlerzeugnissen in Deutschland positiv entwickelt haben, ist die wirtschaftliche Gesamtlage der Müllerei weitgehend unbefriedigend. Diese Bilanz zieht der Verband Deutscher Mühlen zum Jahreswechsel. Denn die Branche befindet sich am Markt in einer extrem schwie-rigen „Sandwich“-Position zwischen der Landwirtschaft auf der einen Seite und Backgewerbe, Lebensmit-telwirtschaft und Einzelhandel auf der anderen. „Während unsere Unternehmen mit stark gestiegenen Getreide-Einkaufspreisen kalkulieren müssen, lassen sich angemessene Mehl-Verkaufspreise am Markt kaum realisieren“, beschreibt Weizbauer die aktuelle Situation der Müllerei: „Die Umsatzrendite liegt im Branchendurchschnitt deutlich unter einem Prozent, was Produktentwicklungen, Innovationen und Investitionen erschwert. Dazu hat im letzten Wirtschaftsjahr überdies die – entgegen den Produktionsmengen – gesunkene Mehlausbeute beigetragen.“ 

Vom Feld auf den Teller: Mühlen und Mehl sind zentraler Teil der Ernährungskette
580 mittelständisch geprägte Mühlen in Deutschland stellen jährlich aus knapp acht Millionen Tonnen Weizen und Roggen vielfältige Mahlerzeugnisse – Mehl, Schrot, Kleie, Vollkornprodukte – her. Die Müh-lenbranche erwirtschaftet mit rund 6.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von knapp 2,5 Mrd. Euro. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mit Sitz in Bonn vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Inte-ressen der Getreidemühlen.

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