Müller (Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft) - der Beruf


Über 300 Brotsorten, Brötchen, Kleingebäck, Suppen, Tiefkühlpizza, Schokoriegel....
Was das mit dem Beruf des Müllers zu tun hat?
Alles, denn ohne den Müller wäre diese Produktvielfalt undenkbar!
Der Müller ist die Schaltstelle zwischen der landwirtschaftlichen Primärproduktion und Bäckern, Großbäckern, der Lebensmittelindustrie und den Endverbrauchern.
Ein Beruf mit Zukunft!
Dieser Beruf ist nicht alt und verstaubt - im Gegenteil: er ist modern, vielseitig und bietet nicht zuletzt in der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise eine sichere Zukunftsperspektive. Er bedeutet den Umgang mit dem hochwertigen Naturprodukt Getreide, aus dem die Verfahrenstechnologinnen und -technologen mit großem Know how und Geschick sowie hochmoderner Technik das jeweils passende Mahlprodukt für Backwaren, aber auch für Soßen, Fertig- und Babynahrung sowie Futtermittel herstellen. Bäcker, Teigwarenhersteller und private Haushalte verlangen nach konstant guter Mehlqualität mit speziellen Eigenschaften. Nur die müllerischen Verfahrenstechnologen/-innen sind hierzu in der Lage, und von daher gefragte Experten auch in den "benachbarten Branchen" der Ölmühlen, Reis- und Schälmühlen und natürlich auch im Maschinenbau - und das international!
Der Beruf ist daher unverzichtbar und bietet attraktive Perspektiven:
Vier angehende Hightech-Spezialisten für Naturprodukte berichten in einem Interview für die Zeitschrift "lebens.mittel.punkt" über ihre persönlichen Ausbildungserfahrungen in Betrieb und Berufsschule....
Die Ausbildung

Ein Realschulabschluss bietet gute Vorraussetzungen, um diesen herausfordernden Beruf zu erlernen. Aber auch ein Hauptschulabschluss nach Klasse 10 mit guten Leistungen in Deutsch und Mathematik sowie Interesse an Physik und den Umgang mit Naturprodukten eröffnet den Weg zum Verfahrenstechnologen.
Für Abiturienten gibt es ein besonders attraktives Angebot. Die Ausbildung in Kombination mit einer Technikerschulung und anschließenden Studium innerhalb von nur 6 Jahren. Weitere Informationen finden Sie hier:
Angebot für Abiturienten.
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre.
Sie kann ggf. auch verkürzt werden. Der Unterricht in der Berufsschule erfolgt in Form von Blockunterricht in den Müllerschulen Wittingen oder Stuttgart. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.
Verfahrenstechnologen arbeiten in Getreidemühlen, Futtermittelwerken und Spezialmühlen (Schäl-, Gewürz- oder Ölmühlen), entsprechend vielseitig ist die Ausbildung. Aber auch in anderen Branchen der Lebensmittelherstellung und im Landhandel werden Müller gebraucht und gesucht.
Die Ausbildungsordnung wurde kürzlich modernisiert und den modernen, technisch anspruchsvollen Gegebenheiten angepasst.
Gliederung der Ausbidung:

Die erste Hälfte der Berufausbildung (1. – 18. Monat) dient hauptsächlich dazu, einfache Arbeitsabläufe zu planen, die einzelnen Arbeitsschritte festzulegen, anschließend durchzuführen, zu dokumentieren und die Arbeit zu bewerten.
Informationen sind zu beschaffen, anzuwenden, auszuwerten und zu nutzen.
Auch werden die Kommunikationsebenen im Betrieb kennengelernt.
Im Einzelnen:
- Einweisung in die Geräte- und Maschinenbedienung (Anfahren, Kontrollieren, Abstellen und Umrüsten),
einschließlich der Grundlagen zur Holz- und Metallbearbeitung, - Wartung und Instandhalten (u. a. dem Austausch von Verschleißteilen),
- Annahme, Untersuchen, Haltbarmachen, Lagern und Gesunderhalten von Rohstoffen,
- Prüfung der Rohstoffe auf Menge und Qualität,
- Vorbereitung von Anlagen zur Aufnahme und Reinigung der Rohstoffe,
- Unterweisung in Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie im Umweltschutz,
- Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen in der Produkt- und Betriebshygiene.
In der folgenden zweiten Hälfte der Ausbildung (19. - 36. Monat) werden die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vertieft, komplexere Arbeitsaufgaben sind - auch im Team - vom Auszubildenden durchzuführen, auch neue Ausbildungsinhalte werden vermittelt.
Die wichtigsten Inhalte sind:
- Herstellen von Zwischen- und Enderzeugnissen wie
Mahl- und Schälerzeugnissen sowie Futtermitteln und Spezialprodukten, - Produkte lagern und versandfertig vorbereiten,
- Verpacken und Verladen der Erzeugnisse,
- Verfahrens- und Produktionsprozesse selbsttätig steuern und überwachen,
- Störungen selbsttätig beheben,
- Durchführen von Laboruntersuchungen,Anwenden des betrieblichen Qualitätsmanagementsystems.
Die praktische Ausbildung im Betrieb wird durch die Vermittlung von ergänzenden und theoretischen Lerninhalten in der Berufsschule ergänzt.


Ausbildung - und dann?
Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft sind nicht nur in der Branche, sondern auch in anderen Lebensmittel verarbeitenden Gewerben wie Mälzerei, Brauerei, in Nudelfabriken oder Großbackbetrieben im In- und Ausland sehr gefragt. Der Beruf bietet gute Einstiegs-, Weiterbildungs- und Karriere- und Verdienstchancen.
Neben dem klassischen „Müllermeister“ gibt es die Möglichkeit, an der Deutschen Müllerschule Braunschweig in 4 Semestern den Abschluss zum Staatlich geprüften Techniker mit dem Schwerpunkt müllereibezogene
Verfahrenstechnik bzw. Anlagenbau zu erwerben.
Die Meisterschule der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau (Stuttgart) bietet die Möglichkeit, in Kooperation mit der „Schweizerischen Müllereifachschule St. Gallen“ in einer 10-monatigen Ausbildung den Meisterbrief im Müllerhandwerk und den Titel „Diplomierter Müllereitechniker SMS“ zu erwerben.
Angebot für Abiturienten:
Für Abiturienten gibt es ein besonders attraktives Angebot: Innerhalb von 6 Jahren kann der Abiturient die Ausbildung, die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an der Technikerschule in Braunschweig absolvieren und dazu noch die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in den zwei letzten Jahren an der Welfen-Akademie Braunschweig den Bachelor of Arts erwerben.
Nicht nur wegen den sehr guten Weiterbildungsmöglichkeiten ist der Müllerberuf ein moderner Beruf mit Zukunft. Die Branche und verwandte Branchen suchen ständig junge, motivierte Nachwuchskräfte. Arbeitslosigkeit ist in der Müllerei, eine gewisse Mobilität vorausgesetzt, nahezu unbekannt.



